Erika’s Roadtrip in Spanien

Mit dem Auto an die Costa Blanca/Cálida – eine persönliche Entdeckungsreise

Als Reiseberaterin finde ich es besonders spannend, Destinationen selbst zu entdecken. Anfang Juni war es wieder einmal so weit: Gemeinsam mit meinem Mann, unserer erwachsenen Tochter und ihrer Kollegin habe ich zwei abwechslungsreiche Wochen an der spanischen Costa Blanca/Cálida verbracht.

Wir entschieden uns bewusst für die Anreise mit dem eigenen Auto. So waren wir flexibel, konnten problemlos von A nach B gelangen und mussten uns keine Gedanken über den Rücktransport unserer Einkäufe machen.

Da die Strecke von der Schweiz recht lang ist – Reisezeit ohne Pausen ca. 15 Stunden – legten wir sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise einen Zwischenhalt im Grenzort La Jonquera ein. Der Ort ist ideal für eine Zwischenübernachtung. Viele Ferienreisende und auch LKW-Fahrer nutzen diese Möglichkeit. Es gibt es zahlreiche Hotels, Restaurants, Tankstellen und ein riesiges Outlet-Center. Und wer noch etwas Unterhaltung sucht und sein «Zockerglück» herausfordern will – es hat sogar ein Casino.

Für die Hin- und Rückfahrt von Freiburg bis nach Rojales, unser Feriendomizil, bezahlten wir rund Fr. 300.– Mautgebühren. Das Benzin ist in Spanien deutlich günstiger als in der Schweiz, in Frankreich deutlich höher.

Rojales – idealer Ausgangspunkt für Entdeckungen

Unser Zuhause für zwei Wochen war das Ferienhäuschen von Freunden in Rojales. Sie leben seit zehn Jahren in Rojales und wir hatten während unseres Aufenthaltes quasi immer unsere privaten Reiseleiter dabei – ist das nicht toll?

Den Tag begannen wir jeweils gemeinsam bei einem gemütlichen Frühstück auf ihrer Terrasse. Ein frisch gepresster Orangensaft durfte natürlich nicht fehlen.

Abends wartete jeweils noch ein besonderes Ferienhighlight auf uns: Nach unseren Erkundungstouren liessen wir den Tag entspannt im Jacuzzi ausklingen – oft bis weit nach Mitternacht. Und natürlich immer mit einem «43 Schlummertrunk» – oder auch mehreren, hicks!

Rojales selbst hat uns positiv überrascht. Der Ort wächst stetig und bietet eine hervorragende Infrastruktur. Restaurants aus aller Welt, traditionelle spanische Lokale, grosse Einkaufszentren, ein Aquapark und sämtliche Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe. Kein Wunder haben sich hier viele Schweizer, Deutsche, Franzosen und Italiener dauerhaft niedergelassen oder besitzen ein Ferienhaus.

Alicante – Geschichte mit Meerblick

Ein absolutes Muss ist ein Besuch in Alicante.

Hoch über der Stadt thront die eindrucksvolle Burg Santa Bárbara. Da es bereits 30 Grad warm war, nahmen wir den Lift statt den steilen Fussweg. Die Aussicht über die Stadt, den Hafen und das tiefblaue Mittelmeer ist schlicht spektakulär. Es lag sogar eine MSC am Pier.

Anschliessend flanierten wir über die berühmte Palmenpromenade Explanada de España mit ihrem wunderschönen Mosaikboden. Ein echter Geheimtipp ist die kleine Gasse mit den riesigen, kunstvoll gestalteten Pilzfiguren. Tolle Fotomotive, nicht nur für Familien.

Cartagena – Spaniens faszinierende Hafenstadt

Cartagena hat uns besonders begeistert – Geschichte gemixt mit mediterranem Lebensgefühl. Beim Spaziergang durch die verwinkelten Gassen entdeckt man immer wieder hübsche Plätze, kleine Cafés, Strassenkunst, Boutiquen und gemütliche Restaurants.

Besonders beeindruckend ist das hervorragend erhaltene römische Amphitheater. Wir sind durch Festungsanlagen mit Ausgrabungsstätten gewandert und haben so viel über die Geschichte erfahren.

Im Hafen liegen nebst Fischerbooten, Jachten und Kreuzfahrtschiffen auch Kriegsschiffe der spanischen Marine. Natürlich durfte auch ein Einkaufsbummel nicht fehlen – wir nahmen köstliche Honig- und Nussspezialitäten mit nach Hause.

Elche – Europas grösster Palmengarten

Wer Natur liebt, sollte unbedingt Elche besuchen.

Die Stadt beherbergt den grössten Palmengarten Europas und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zwischen Tausenden von Palmen spaziert man durch wunderschön angelegte Gärten. Ein besonderes Erlebnis waren für uns die frei lebenden weissen Pfaue – ein eindrucksvoller Anblick.


Guadalest – ein wunderschönes Bergdorf

Die Fahrt nach Guadalest führt durch eine überraschend grüne und hügelige Landschaft. Das malerische Bergdorf liegt auf einem riesigen Felsen und gehört zu den schönsten Orten der Region.

Enge Gassen, kleine Handwerksläden, hübsche Boutiquen, gemütliche Restaurants und herrliche Aussichtspunkte laden zum Verweilen ein.

Mein Tipp: Früh anreisen, denn die Parkplätze sind begrenzt und Guadalest ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

Badeorte

Wir haben lediglich 4 Tage am Strand verbracht. Von Rojales aus sind wird z.B. nach Guardamar del Segura gefahren, in lediglich 15 Minuten. Der Sandstrand ist fein und kilometerlang. Ein Teil ist touristisch erschlossen, andere Abschnitte wirken noch wunderbar naturbelassen.

Ebenfalls sehenswert ist Santa Pola mit seiner schönen Strandpromenade und dem breiten Sandstrand.

Ein kleiner Snack zwischendurch? Dann unbedingt die Tostada mit Tomaten und Knoblauchmayo probieren, soooo lecker.

Fast schon märchenhaft wirkt La Vila Joiosa.

Die bunten Häuser entlang der Strandpromenade gehören zu den bekanntesten Fotomotiven der Costa Blanca. Viele Gebäude sind schmal, leicht schief – wie charmant!

Für Schweizer Gäste besonders: Die Berner Kultband Patent Ochsner lebte hier während eines Jahres und schrieb unter anderem den bekannten Song Vila Joiosa.

Ein kleiner Hinweis: An der Costa Blanca kann es zeitweise recht windig werden. Sonnenschirme und Badesachen können schon mal davonfliegen – beim Hinterherrennen muss man schnell sein und nicht über die eigenen Füsse stolpern – ups, und schon passiert…

Fruchtbare Landschaften, quirrlige Märkte – und Flamingos

Zwischen Alicante, Rojales und Cartagena scheint die Landschaft eher flach und trocken. Doch der erste Eindruck täuscht.

Die Region zählt zu den wichtigsten Anbaugebieten Spaniens. Kilometerweit erstrecken sich Olivenhaine sowie Plantagen mit Zitronen-, Orangen- und Aprikosenbäumen. Dazu kommen unzählige Gemüsefelder.

Ein besonderes Erlebnis war der Besuch eines traditionellen Sonntagsmarktes. Das Angebot reicht von frischem Obst und Gemüse über Fleisch, Käse, Nüssen und Gewürze bis hin zu Kleidung, Schuhen, Schmuck und regionalen Spezialitäten.

Erstaunlich waren nicht nur die Grössen und der Geschmack von Früchten und Gemüse, sondern auch die Preise. Viele Produkte kosten nur einen Fünftel der Schweizer Preise.

Fast überall darf degustiert werden – wir haben geschlemmt wie im Paradies.

In der Region liegen auch einige rosafarbige Salzseen. Hier leben eine Vielzahl von Flamingo Kolonien. Wie eindrücklich, diese einmaligen Tiere in Schwärmen fliegen zu sehen.

Mein Fazit

Die Anreise mit dem Auto war die perfekte Wahl. Vor Ort konnten wir die Region unabhängig erkunden und waren zeitlich völlig flexibel.

Ein weiterer Vorteil zeigte sich auf der Heimreise: Unser Kofferraum war gefüllt mit ausgezeichnetem Olivenöl, Premium-Oliven, sonnengereiften Zitronen und zahlreichen weiteren regionalen Spezialitäten – und natürlich waren auch einige Shopping-Schnäppchen dabei.

Die Costa Blanca und die Costa Cálida bieten mehr als klassische Badeferien. Historische Städte, eindrucksvolle Landschaften, kilometerlange Sandstrände, ausgezeichnete Gastronomie und das mediterrane Lebensgefühl machen diese Region zu einem vielseitigen Reiseziel.

Wer Erholung, Kultur, Natur und Genuss miteinander verbinden möchte, sollte sich schon mal an die Reiseplanung machen.

Und wer doch nicht so weit fahren möchte und nicht so viel einkauft wie wir; einfach ganz bequem nach Alicante fliegen, einen Mietwagen übernehmen und los geht’s.